Liebe Leserinnen und Leser!

Seit Oktober 2002  arbeite ich als Leiter der Therapiestation Lukasfeld in Meiningen, Vorarlberg. Wir sind mit einem multiprofessionellen Team für die Entgiftung und weiterführende Behandlung von jugendlichen und jungen erwachsenen Drogenabhängigen zuständig. Über all die Jahre habe ich sehr viele Gespräche geführt, an vielen Gruppen teilgenommen, viel gesehen und viel erlebt. Was mir begegnet ist, hat mich oft sehr betroffen gemacht oder überrascht, amüsiert oder beelendet, verärgert oder begeistert. Manche Momente fand ich geradezu sensationell, sodass ich mir gewünscht habe, dass möglichst viele Menschen davon erfahren sollten.

Der Mikrokosmos einer therapeutischen Gemeinschaft hat seine Entsprechungen in der äußeren Realität und nach dem Prinzip „wie im Kleinen, so im Großen“ lässt sich viel übertragen und verstehen. Mit all der Lebenserfahrung bringen viele Patientinnen und Patienten Wichtiges und Wesentliches auf den Punkt - und wer die Ohren und die anderen Sinnesorgane offen hat, kann bei uns viel über die Welt mit all ihren Qualitäten von Sucht, Macht, Gier und Abhängigkeit erfahren. Er kann aber auch die lockeren und entspannten Momente miterleben und sich an den Geistesblitzen und Geniestreichen erfreuen.

So ist in bei uns also immer wieder viel Spannendes und Aufregendes gedacht, gesagt und getan worden – verpackt in Geschichten, Szenen und längere Ereignisse. Wenn diese vorüber sind, sind sie vielleicht unwiederbringlich verloren, andere Menschen werden nie davon erfahren und auch wir werden sie vergessen. Das wäre doch schade, habe ich mir gedacht.

So ist es mir mehr und mehr ein Anliegen geworden, zumindest einen Bruchteil davon zu dokumentieren, um ihn einer interessierten Allgemeinheit zu Verfügung zu stellen. Daraus ist dieses Buch entstanden, das auch die Hoffnung in sich trägt, dass Sucht und Abhängigkeit einmal von einer anderen Perspektive gesehen werden können und mehr Verständnis und Akzeptanz geschaffen wird: Für unsere Arbeit und damit für alle unsere Patientinnen und Patienten. So sollte das Buch auch und vor allem einen Nutzen für die Menschen haben, die an einer Drogenabhängigkeit erkrankt sind.  Viele haben Schlimmes erfahren und verdienen jede Unterstützung, die möglich ist. Wenn dieses Buch dazu einen Beitrag leisten kann, dann ist das wichtigste Ziel erreicht.

Meiningen, im Oktober 2011,

Roland Wölfle

Zielgruppen:

  • Menschen, die sich für Themen wie Sucht und Abhängigkeit ganz allgemein interessieren, aber auch Fachleute aus Suchtberatung, Psychiatrie und Psychotherapie, die sich jenseits der üblichen Fachliteratur mit dem Thema befassen wollen.
  • Menschen, die sich in die Welt der Suchttherapie einlassen wollen, mit all ihren schrecklichen, aber auch erfreulichen und aufbauenden Seiten.
  • Menschen, die Sucht und Abhängigkeit als gesellschaftliche, aber auch als individuelle Phänomene besser verstehen wollen – und dadurch vielleicht auch sich selber.

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