Mit suchtkranken Menschen arbeitet der Arzt und Psychotherapeut Roland Wölfle. In seinem Buch stellt er einige von ihnen vor und gewährt freimütig Einblick in die Welt einer Drogenstation, und zwar sowohl aus der Sicht des heilenden Personals als auch der jungen Patientinnen und Patienten. Manche haben mit 18 Jahren schon mehr negative Lebenserfahrungen gesammelt, als viele andere Menschen es jemals in ihrem Leben tun werden. Es handelt sich oft um Betroffene, die jahrelang auf der Straße oder unter anderen extremen Bedingungen gelebt haben oder im Gefängnis waren. Andere stammen aus wohlbehüteten Verhältnissen und sind dennoch suchtkrank. Der Autor zeigt, wie drogensüchtige Patienten ihre traumatischen Erfahrungen bewältigen. Es gelingt ihm, Verständnis und Respekt für Menschen zu wecken, die häufig nur Ausgrenzung und Entwertung erfahren haben. Bei ihrem Engagement erleben auch die Therapeutinnen und Therapeuten Wechselvolles: Ernüchterung und Gefühle der Ohnmacht ebenso wie großartige Momente, Augenblicke des Glücks und des Staunens.

Rezension von Jutta Berger in der Tageszeitung "derStandard", 10.12.2011



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